Wiesbadener Kurier zur Informationsveranstaltung Neubau Lebenshilfe


Die geplante Einrichtung in Dotzheim wirft Fragen auf. Welche Antworten der Verein geben konnte und wie es jetzt weitergeht.
Von Hendrik Jung

DOTZHEIM - DOTZHEIM. Das Ergebnis nach einem intensiven anderthalbstündigen Austausch ist eindeutig: Es soll ein weiteres Gespräch geben zwischen Mitgliedern des Ortsbeirats Dotzheim und Vertretern der Lebenshilfe Wiesbaden über deren geplante Einrichtung, unter anderem für Menschen mit herausforderndem Verhalten in unmittelbarer Nachbarschaft des Neubaus des Kinderhaus Zwerg Nase (wir berichteten).

Laut einer Handreichung des Lebenshilfe-Landesverbands Bayern gehören zu herausforderndem Verhalten Verhaltensweisen mit Selbst- und Fremdgefährdung wie Beißen, Kratzen oder Schlagen. Daher hatten die Mitglieder des Ortsbeirats in ihrer April-Sitzung darum gebeten, dass beim Sicherheitskonzept eng mit Ortsbeirat und Schulen zusammengearbeitet werde.

Eines der Ergebnisse des nun im neuen Zwerg Nase-Haus geführten Gesprächs ist, dass als Sprachgebrauch der Begriff „Betreuungskonzept" zu verwenden wäre. Dieses soll dann bei dem nun vereinbarten nächsten Treffen von der Lebenshilfe noch einmal erläutert werden anhand der offenen Fragen, die die Mitglieder des Ortsbeirats noch sehen.

Wer sind die künftigen Bewohner der Einrichtung?

Eine weitere wichtige Erkenntnis des jetzigen Gesprächs unter der Leitung von Michael Albani, dem Vorsitzenden der Zwerg Nase-Stiftung, ist die Frage der künftigen Bewohner der geplanten Einrichtung. Denn nach wie vor ist die Lebenshilfe nicht in der Lage zu sagen, welche Personen das sein werden, da die Belegung durch den Landeswohlfahrtsverband Hessen erfolgen wird. Geklärt werden konnte aber dank eines Hinweises von Prof. Markus Knuf, dem langjährigen Chefarzt der HSK-Kinderklinik und Hausarzt von Zwerg Nase, welche Krankheitsbilder es nicht sein werden. „Wenn entsprechende Vorgänge in der Lebensgeschichte bestehen, erfolgt eine Unterbringung in der forensischen Psychiatrie", betont auch Albani.

Dies bestätigt der stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Wiesbaden. „Die Lebenshilfe betreut nur Menschen, die keine Auffälligkeiten mit strafrechtlicher Relevanz haben", erläutert Reinhard Claus. Informationen, die den Mitgliedern des Ortsbeirats in ihrer Sitzung noch nicht gegeben worden waren. „Wenn diese Äußerung so klar und deutlich zu Protokoll gegeben wäre, wären wir beruhigter gewesen", verdeutlicht Marc Binzenhöfer (FDP).

Zur Irritation aufseiten des Ortsbeirats hat auch die Visualisierung in einer Projektbeschreibung beigetragen, durch die der Eindruck erweckt worden ist, dass der vorgesehene assistenzfreie Garten mit einem Zaun von etwa einem Meter Höhe umgeben ist. „Muss der Garten nicht höher umzäunt werden?", möchte Susanne Dorschel (SPD) wissen. Dies wird seitens der Lebenshilfe bestätigt. „Die meisten benötigen eigentlich eine 24-stündige Betreuung", ergänzt Claus. Aufgabe der Fachkräfte werde es sein, dass die Bewohner so gut es geht selbstbestimmt leben können.

Dass man das Betreuungskonzept im Ortsbeirat hinterfragt, kann die Geschäftsführerin des Zwerg Nase-Hauses verstehen. „Unser altes Haus lag fast neben der Psychiatrie. Wir hatten mehrfach Personen im Haus, die direkt aus der geschlossenen Psychiatrie kamen", berichtet Sabine Schenk von ihren Erfahrungen.

Am Ende regt Thomas Menzel vom Stiftungsvorstand der Zwerg Nase Stiftung an, sich noch mal von Grund auf darüber auszutauschen, was seitens der Lebenshilfe Wiesbaden an dem Standort geplant ist. Dies sagt der Vereinsvorsitzende Rainer Neumann zu, bittet jedoch vorab um einen Fragenkatalog des Ortsbeirats.

 

 

 

Wiesbadener Kurier zum geplanten Neubau

Lebenshilfe plant Neubau bis Frühjahr 2023


Noch in diesem Jahr will der Verein in Dotzheim mit den Arbeiten beginnen. In das neue Haus sollen geistig behinderte Menschen einziehen. Der Ortsbeirat hatte Bedenken.

Von Eva Bender
Lokalredakteurin Wiesbaden


DOTZHEIM - Direkt neben dem Neubau von Zwerg Nase wird in Dotzheim bald ein zweites Bauprojekt verwirklicht: Eine Einrichtung der Wiesbadener Lebenshilfe, die Menschen mit geistiger Behinderung und herausforderndem Verhalten ein Zuhause sein soll. Der Verein geht davon aus, dass in den nächsten Tagen die Baugenehmigung eingehen wird. Bestenfalls könne man dann noch in 2021 mit den Arbeiten beginnen, sagt der Lebenshilfe-Geschäftsführer Hans Grzegorzewski. Ziel sei es, das Gebäude im Frühjahr 2023 fertigzustellen.
Drei Wohngruppen und insgesamt 16 Bewohner
Wie berichtet, wollte die Lebenshilfe das Projekt eigentlich schon früher umsetzen. Dann seien aber viel Bürokratie und die Pandemie dazwischen gekommen, sagt der langjährige Vorstandsvorsitzende des Vereins, Rainer Neumann. Die Pandemie werde sich auch auf die Baukosten auswirken. Sie sollen bei etwa 5 Millionen Euro für das 1400 Quadratmeter große Haus liegen - und von der Stiftung, dem Landeswohlfahrtsverband, aus Eigenmitteln und mit einem Kredit finanziert werden. Man hofft zudem auf die Aktion Mensch.
Der Neubau der Lebenshilfe fügt sich auf ein dreieckiges Grundstück ein, das zwischen Zwerg Nase und der Ludwig-Erhard-Straße liegt. Der eingeschossige und barrierefreie Bau ist für 16 Bewohner gedacht, die in drei getrennten Wohngruppen leben. Das sei wichtig, erklärt Grzegorzewski, da die Menschen möglichst viel Ruhe und eine intensive Betreuung benötigen. Jeder von ihnen hat ein eigenes Zimmer mit Bad. Gemeinsam genutzt wird die Tagesbetreuung mit unterschiedlichen Beschäftigungsangeboten - "um ihnen ein gewisses Maß an Lebensqualität zu bieten".
Geistige Behinderung
Die Menschen, die einziehen werden, sind besonders, erläutert Grzegorzewski. Sie alle eint eine geistige Behinderung. Hinzu kommen Verhaltensauffälligkeiten. Sie verletzen andere oder sich selbst, zerstören Dinge. "Deshalb muss man ständig ein Auge auf sie haben." Einziehen sollen zudem Autisten, die eine reizarme Umgebung und klare Strukturen benötigen.
Der Bedarf sei da, macht der Geschäftsführer deutlich: Einrichtungen wie die geplante gebe es bisher nicht flächendeckend - schon jetzt stünden rund 25 Personen aus Wiesbaden und dem Umland auf der Warteliste. Sie leben bisher bei den Eltern oder in Einrichtungen, die dafür eigentlich nicht geeignet sind und die den Menschen nicht gerecht werden, weil mehr Personal und therapeutische Hilfe nötig wären.
Dotzheimer Ortsbeirat äußert Ängste
In Dotzheims Ortsbeirat hatte es Sicherheitsbedenken gegenüber der Einrichtung gegeben, als Grzegorzewski die Pläne im April vorstellte. Er sieht darin ein gesellschaftliches Problem, das der Lebenshilfe immer wieder begegne: Oft würden Menschen mit geistiger Behinderung mit Straftätern verwechselt. Das sei aber falsch. Er habe keine Angst davor, "dass ein Bewohner jemanden anfallen könnte. Eher davor, dass er, ohne zu gucken, über die Straße und vor ein Auto läuft". Obwohl man keine "geschlossene Einrichtung" plane, werde es deshalb einen Zaun, sichere Türen und Rund-um-die-Uhr-Betreuung von speziell weitergebildeten Sozialarbeitern, -pädagogen und Heilerziehungspflegern geben. Nur wenige Bewohner seien wohl in der Lage, das Gelände mit Betreuern zu verlassen, etwa um spazieren zu gehen.
Den Ortsbeirat wolle man in Zukunft stärker einbinden, sagt Neumann. "Vielleicht hätten wir noch offener kommunizieren und auf ihn zugehen müssen." Denn Unsicherheit führe zu Ängsten. Mit den Nachbarn von Zwerg Nase gebe es schon lange einen engen Kontakt.

 

 

Neues von der Lebenshilfe

Wiesbaden, 03.08.2021

Liebe Mitglieder der Lebenshilfe Wiesbaden,


heute informieren wir Sie gerne über einige aktuelle Entwicklungen bei der Lebenshilfe Wiesbaden zur Corona Pandemie. 

Die Situation hat sich, wie in der Gesamtbevölkerung, glücklicherweise auch bei unseren Betreuten und Mitarbeiter*innen, erheblich entspannt. Neue Infektionen sind nicht aufgetreten, regelmäßige - teils freiwillige - Testungen finden weiterhin statt.


Auch bei unserem Neubau am HSK-Gelände geht es endlich weiter. Die baufachliche Stellungnahme des Landeswohlfahrtsverbandes liegt nun vor und in den nächsten Tagen rechnen wir mit der Baugenehmigung. Wir sind zuversichtlich, in diesem Herbst mit den Bauarbeiten starten zu können.


Betroffen macht uns alle die Hochwasserkatastrophe in unserem Land. Hierbei kam es auch zu einer großen Tragödie im Lebenshilfehaus in Sinzig. Dabei haben zwölf Bewohnerinnen und Bewohner in den dramatisch schnell ansteigenden Fluten ihr Leben verloren.
Das vor 27 Jahren in der Pestalozzistraße in Sinzig als erste Wohnstätte für Menschen mit Beeinträchtigungen im Kreis Ahrweiler fertiggestellte Haus bot 36 Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen ein Zuhause. 

Wir werden mit einer Spende an die Lebenshilfeeinrichtung in Sinzig versuchen, zumindest das finanzielle Leid zu lindern. 

Wenn auch Sie hierzu einen persönlichen Beitrag leisten wollen, stehen hierfür folgende Spendenkonten der „Lebenshilfe Kreis Ahrweiler" mit dem Verwendungszweck „Flut Lebenshilfehaus" zur Verfügung:


Kreissparkasse Ahrweiler / IBAN: DE61 5775 1310 0000 8211 24
Volksbank RheinAhrEifel eG / IBAN: DE28 5776 1591 0024 1330 01

 

Herzliche Grüße

Rainer Neumann & Hans Grzegorzewski

 

 

Besuchsregeln in unseren Wohneinrichtungen

Information zu den neusten Anpassungen der Besuchsregeln im Überblick.

Jede Bewohner*in/jeder Bewohner darf täglich Besuche von maximal zwei Besucher*innen empfangen.

Bitte tragen Sie während des Besuchs einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz.

Der Besuch kann im Außenbereich, in den dafür vorgesehenen Räumen der jeweiligen Einrichtung oder im Zimmer der Bewohner*innen stattfinden.

Damit die Besuche koordiniert und geplant werden können, bitten wir Sie vorab um telefonische Rücksprache mit der Einrichtungsleitung.

Eine wichtige Voraussetzung für die Besuche ist die Bitte sich an die vorgeschriebenen Hygieneregeln, Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen zu halten, damit wir weiterhin den größtmöglichen Schutz vor Covid-19 für unsere Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen gewährleisten können.

Bewohner*innen, die am Wochenende nach Hause fahren, werden vorher und nachher mit einem Schnelltest in der Einrichtung getestet. Grundsätzlich werden alle Bewohner*innen 1 mal wöchentlich getestet.

Für Mitarbeiter*innen der Wohnhäuser besteht das Angebot sich 2 mal wöchentlich testen zu lassen.

 

Wohneinrichtungen im Überblick:

Wohnhaus Schierstein Tel.: 0611/188830

Wohnhaus Erbenheim und Villa Lilienthal Tel.: 0611/7787910

Wohneinrichtung Gräselberg Tel.: 0611/445510120

 

 

 

Digitale Kommunikation-Landesregierung stiftet Tablets

In Zeiten, in denen es für Bewohner*innen von Behinderteneinrichtungen nicht möglich ist uneingeschränkten Besuch von Familie und Freunden zu bekommen, um sie vor einer Corona Infektion zu schützen, baut die Landesregierung auf die Möglichkeit der digitalen Kommunikation.

Für diese zusätzliche Alternative stiftet uns die Landesregierung sechzehn W-LAN fähige Tablets, die in unseren Wohneinrichtungen Einzug gefunden haben und großes Interesse wecken, um den Kontakt zu Familie und Freunde auch digital zu ermöglichen.

 

Corona Warn-App in Leichter Sprache

 

Die neue Warn-App zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 ist da. Was die Corona-Warn-App macht und woher man sie bekommt, steht auf der Seite der Bundesregierung.

Zur Erklärung gibt es auch ein Video in Leichter Sprache.
Und Sie finden die Links zum Herunterladen für die App.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/leichte-sprache/corona-warn-app

 

 

 

Soziale Distanz - ein Interview mit der Lebenshilfe

Wie erleben Menschen mit Beeinträchtigung die Corona Pandemie? Das war die Frage, die sich Julia Kleinert vom WK stellte und die Lebenshilfe als Ansprechpartner aufsuchte.

Lesen Sie hier den WK Artikel

 

Corona Virus einfach erklärt

Nicht für jeden sind Neuigkeiten zu Corona leicht verständlich und zugänglich. Dabei bestimmt das Virus aktuell die Nachrichten.

Für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung fehlt es an Informationen, die für sie verständlich formuliert sind.

Anne Leichtfuß und Natalie Dedreux der "Ohrenkuss" Redaktion haben innerhalb kürzester Zeit das Projekt "Corona Leichte Sprache" realisiert, eine Webseite, die in Leichter Sprache über Corona informieren soll.

Klicken Sie hier und Sie kommen auf die Website, die über Corona in Leichter Sprache informiert.

 

 

SchreibRaum- Schreib Workshop für alle

 

Dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung Lebenshilfe kann der Workshop "SchreibRaum" wieder in die nächste Runde gehen.

"SchreibRaum" ist ein inklusiver Schreib Workshop für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Ihn gibt es seit Oktober 2015.

Angeleitet durch die Schauspielerin Claudia Stump und unterstützt durch Christiane Jungkenn von der Lebenshilfe, treffen sich ein mal pro Monat schreibfreudige Menschen um gemeinsam kreativ zu werden.

Das SchreibRaum Angebot ist in den Räumen der EV. Albert-Schweitzer Gemeinde, Albert-Schweitzer Allee 44, 65203 Wiesbaden, Buslinie 14 Haltestelle "Nansenstraße".

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben und Sie an dem Workshop teilnehmen oder weitere Informationen möchten, wenden Sie sich bitte an:
Christiane Jungkenn, Tel.: 0163 2132476 oder per Mail: presse@lebenshilfe-wiesbaden.de

Nächste SchreibRaum Termine:

Termine für 2021 sind in Planung!

 

 

Das schreibt der WK

 

 

 

Hier bleiben Sie auf dem Laufenden-Bundesteilhabegesetz

#TeilhabeStattAusgrenzung - Kampagne ist immer!
Zur Informations-Plattform der Lebenshilfe zum Bundesteilhabegesetz klicken Sie bitte hier

Wörterbuch in Leichter Sprache


Jeder kann kostenlos das neue Online Wörterbuch in Leichter Sprache im Internet nutzen.Hier gibt es mehrere Hundert Wort Erklärungen, die aus der Lebenswelt von Menschen mit Behinderung stammen. Eine Prüfergruppe der Bundesvereinigung Lebenshilfe hat daran über 2 Jahre gearbeitet und Fremd-Wörter ausgewählt und an Texten mitgeschrieben.

Hier geht es zum Wörterbuch

Politik verstehen - Politik geht uns alle etwas an

Politik geht uns alle etwas an. Dieser Film erklärt wie Politik in Deutschland funktioniert, wie man wählen geht und was es sonst noch so für Möglichkeiten gibt, Politik zu machen.

 

"Politik geht uns alle etwas an" ist ein Projekt der Lebenshilfe Berlin das Menschen mit Behinderung dabei helfen soll, Möglichkeiten der politischen Mitwirkung für sich zu entdecken und zu nutzen. Dazu gibt es einen Film in Leichter Sprache, der erklärt wie Politik in Deutschland funktioniert.

Den Link zum Film finden Sie hier

 

Bundestag stellt Informationen in leichter Sprache

Der deutsche Bundestag erteilt auf seiner Internetseite Informationen in leichter Sprache. Erklärt werden die Aufgaben des Parlaments und seiner Abgeordneten, die Lage und Namen der Gebäude, Besuchsmöglichkeiten und Wege der Kontaktaufnahme. Die Texte sind mit farbigen Illustrationen versehen.

Das Internetangebot in Leichter Sprache findet man unter:

Nachrichten in "Leichte Sprache"

Immer wieder samstags gibt es Nachrichten in leichter Sprache. Nachrichten sind oft schwer zu verstehen, sei es im Radio, im Fernsehen oder im Internet. Doch jeder hat das Recht auf Informationen aus aller Welt. Deshalb hat der Radiosender Deutschlandfunk in Zusammenarbeit mit Studenten der Uni Köln unter folgendem Link

ein Portal geschaffen Neues weltweit und aus Deutschland in leichter Sprache zu bekommen. Die Texte sind zum Lesen und Anhören.

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